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Die Schmiede Eggers war einst in Sande-Altenhof beheimatet. Als der letzte Inhaber sich zur Ruhe setzte und sich kein Nachfolger für die Schmiede fand, stiftete Familie Eggers sie mit allem Inventar der Gemeinde Sande für ein Museum.

In der Hofstelle Altmarienhause fand die „Schmiede Eggers“ ein neues Zuhause und Menschen, die es als ihre Aufgabe betrachteten, die Maschinen und Gerätschaften als lebendiges Museum für zukünftige Generationen zu erhalten.

Die Schmiede sollte aber mehr sein, als eine leblose Sammlung alter Dinge. Die Besucher sollten das schöne alte Schmiedehandwerk wirklich „erleben“ können.

Durch einen glücklichen Zufall stieß Benno Willmann im Jahr 1992 recht früh auf die Museumsschmiede und sagte sofort zu, als man ihm deren Betreuung anbot. Benno hatte als junger Bursche nach dem 2. Weltkrieg bei dem „alten Eggers“ das Schmiedehandwerk erlernt und arbeitete später lange Jahre als Schlosser und Vorarbeiter bei den Olympia-Werken in Roffhausen. Den Kontakt zu seinem ehemaligen Lehrherren verlor er aber nie. Dieser freute sich sehr, als er kurz vor seinem Tode noch von Benno erfuhr, dass sein ehemaliger Lehrling die Leitung der Museumsschmiede übernommen hat.

Im Nachhinein kann man wohl nur von einem einzigartigen Glücksfall sprechen, denn mit 78 Jahren (2016) ist „Benno“, wie er von allen gerufen wird, immer noch aktiv und gibt sein Wissen an seine „Lehrlinge“ weiter, die heute allerdings selber oft schon das Rentenalter erreicht haben. Neben Benno Willmann kümmern sich derzeit 3 weitere Museums-Schmiede um den Erhalt der Schmiede Eggers.

In der Sommersaison wird sonntags in der Zeit von 14:00 - 17:00 Uhr das Schmiedefeuer entfacht und mindestens einer der Museums-Schmiede ist im Einsatz. Meistens werden nur kleinere Werkstücke angefertigt, z. B. Ziernägel, bei deren Herstellung oft Kinder mithelfen „müssen“. Den selbst gefertigten Ziernagel dürfen sie am Ende natürlich mit nach Hause nehmen.

Ab und zu werden aber auch größere Arbeiten ausgeführt. So hat Benno Willmann etliche Kerzenleuchter und Kreuze für Kirchen und Klöster gefertigt. Auch die meisten Zunftzeichen an den Häusern in Neustadtgödens und die Weltkugel vor dem Sander Rathaus stammen von ihm. In Altmarienhausen sind ebenfalls viele Arbeiten von Benno Willmann zu finden. Aktuell arbeitet Benno an einem Friedhofstor.

Auch für die Zukunft hat Benno vorgesorgt. Drei „Lehrlinge“ arbeiten derzeit mit ihm zusammen und freuen sich, von dem seinem reichhaltigen Wissens- und Erfahrungsschatz profitieren zu können. Das erlaubt heute auch, das Schauschmieden in der Sommersaison nicht wie früher höchstens alle 14 Tage, sondern an jedem Sonntag durchzuführen. Zusätzlich ist man beim Kartoffelfest und beim Weihnachtsmarkt ganztägig im Einsatz.

Wenn die Museums-Schmiede es zeitlich einrichten können, bieten sie Aktionen für kleinere Gruppen und Schüler (Ferienpass-Aktion) an, bei denen die Gäste selbst kleine Werkstücke fertigen können. Wenn Sie selbst gern mit einer Gruppe oder auch als Einzelperson (Kinder/Jugendliche nur in Begleitung eines Erwachsen) an einer Schmiede- Aktion teilnehmen möchten, dann senden Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!